• Barbara Schär

#UNGESCHMINKT - AUF DEM WEG 1

Updated: Mar 9

Mit meinen 55 Jahren habe ich nun ja etliches gesehen, vieles angepackt und auch zum Erfolg gebracht, das zeigt meine Vita – was sie nicht zeigt, sind die Zwischentöne, die Farben meines Lebens und die Grauzonen, sind die Tiefs und die Hochs und weshalb sie als solche bewertet werden, sind die Ängste und Sorgen, ist der Mensch der ich bin.

Unterstützung zu bieten in Transformationsprozessen – sei dies nun in Teams, Firmen oder mit Einzelpersonen – geht ausschliesslich über Vertrauen. Um Vertrauen zu jemandem zu fassen, sich angesprochen zu fühlen von einer Person, muss sie sich zeigen in allen Facetten und UNGESCHMINKT. Aus diesem Grund dieser Blog. DAS BIN ICH.

Bild: Charlie Mackesy


- vom Straucheln und sich Abmühen

Ich liebe die ausdrucksstarken, zauberhaften Bilder mit den einfachen, so treffenden und ins Herz gehenden, feinen Texten von Charlie Mackesy. Heute bin ich über dieses gestolpert und der Gedanke hat mich angesprungen, wie wahr diese Aussage ist und wie tröstlich.


Aus diesem Grund möchte ich es an dieser Stelle teilen und etwas von meinem persönlichen «mich Abmühen und Straucheln» erzählen.


Um in unserer Gesellschaft (Leistungsgesellschaft) mit dem Anspruch auf immer höher, weiter, besser und mit dem «Gott» der Gewinnmaximierung, bestehen zu können, meinte ich schon früh lernen zu müssen, nicht zu zeigen, dass ich mich abmühe, dass mir gewisse Dinge nicht so leichtfallen, dass ich strauchle ganz für mich allein, Ängste und Selbstzweifel durch Essstörungen versuchte wett zu machen, usw. Natürlich löste Letzteres nichts, im Gegenteil, die damit einhergehende Verzweiflung über mein Tun, der Selbsthass, öffnete weitere Abgründe. Und natürlich fühlte ich mich gezwungen davon ja niemanden wissen zu lassen, eine wohlpolierte Fassade hochzuhalten und entsprechend dieser zu funktionieren. Dieser K(r)ampf hat seinen Preis. Er kostet eine Unmenge an Lebensenergie, Freude, Gesundheit und das fatale daran – wir verlieren immer, vor allem uns selbst.


Ich bin dafür, dass wir liebevoll mit uns umgehen, wenn wir Straucheln oder in unseren Anstrengungen und Bemühungen. Dass wir gut daran tun, uns wieder zu finden. Unsere Lebenskraft, -lust und -freude. Ich glaube gerade in dieser speziellen Zeit, in der vieles ganz anders als erwartet gekommen ist, in der nichts mehr so ist, wie es war – ja vielleicht nie mehr so sein wird – dass gerade diese Zeit auch Chancen und Neubeginn birgt. Ich wünsche uns den Mut, die Freude und Kreativität, auf dass wir als Gesellschaft und Individuen gestärkt aus den Herausforderungen hervorgehen; lernen uns Unvorhergesehenem anzupassen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren; fröhlich und erfolgreich neue Geschäftsmodelle kreieren, jenseits eines überhitzten Wachstumsbegriffs und einen achtsamen, freundlichen und wertschätzenden Umgang pflegen, untereinander und mit Mutter Natur.


Ich wünsche mir, dass wir beginnen ab HEUTE unsere Strauchler zu feiern, sie als Wegweiser sehen, als Chancen, welche zum Leben dazu gehören und nicht als persönliches Versagen. Die Haltung pflegen «Aufstehen, Staub abklopfen, Krone richten und weiter geht’s auf dem Weg».

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