• Barbara Schär

#UNGESCHMINKT - AUF DEM WEG 2


Bild: Fotoprojekt – jeder Mensch ist einzigartig und wunderschön - #Ishowmyself

- von der Selbstliebe

Als ich vor einiger Zeit mit einer gestandenen Unternehmerin ein sehr persönliches Gespräch geführt habe, sind wir auf das Thema «Selbstliebe» gestossen und wie ruhig es in einer Runde wird, wenn dieses Wort fällt. Ja, was für eine beklemmende Stille sich ausbreitet. Berührt dieses Wort so peinlich?


Scheinbar schon und weshalb ist das so? Eventuell weil wir nicht gelernt haben, dass es nicht nur ok und richtig ist uns selbst zu lieben, sondern auch absolut notwendig? Und es geht nicht um Selbstverliebtheit – im Sinne von Narzissmus, nein es geht um eine freundliche und liebevolle Selbstannahme der eigenen ungeschminkten Persönlichkeit in all ihren Facetten. Welche uns Boden, Halt und Stärke, ja die vielbesprochene Resilienz für unseren Lebensweg gibt.


Gemäss meiner Erfahrung – und ich weiss, dass ich damit nicht alleine dastehe – etwas was ich SO gar nicht mitbekommen habe. Seit frühster Kindheit begleitet mich das «Wägli breiche» müssen. Das wurde zuhause vorgelebt und verlangt – ja nichts tun was die «anderen denken liess….», dies wurde mitgenommen in die Schule, Ausbildung und später ins berufliche Umfeld und Erwachsenenleben. Verinnerlicht somit «Du, wie Du bist interessiert keinen – wichtig ist, dass Du konform bist, dass Du gesellschaftstauglich bist».

Dabei geht es nun auch nicht um irgendwelche Schuldzuweisung – auch meine Eltern waren ja mal abhängige Kinder, haben nicht gelernt, dass sie – so wie sie sind absolut in Ordnung sind und agierten aus ihren dahingehenden Erfahrungen nach bestem Vermögen und Dafürhalten. Es geht um die Erkenntnis, dass «Anderssein» «Eigen» sein keinen Platz hatte und somit weder gefördert noch gutgeheissen wurde, sollte sich Solches zeigen wollen.


Ergo fühlte ich mich irgendwie «FALSCH» und somit fern von jeglichen freundschaftlichen Gefühlen mir selber gegenüber – eher so in einer Art «Überlebensmodus – Survivalcamp». Gut getarnt und angepasst gegen aussen, innerlich jedoch immer öder.

Die Fähigkeit sich selbst zu lieben oder wenn dieser Begriff noch zu sehr holpert, dann eben «sich selbst zu mögen» - mit einem freundlichen Blick auf die Schwächen und Stärken auf das GANZE – ist unabdingbar für ein gesundes, reiches, unabhängiges und eben resilientes Leben. Das ist kein spiritueller Hokuspokus, sondern wissenschaftlich belegt und auch in allen grossen Glaubensrichtungen verankert – so zum Beispiel in der Bibel und der Tora mit dem Gebot «Liebe Deinen Nächsten, wie Dich SELBST».

Wenn ich ohne Selbstliebe unterwegs bin, bin ich abgeschnitten auch von tieferen Gefühlen meinem Umfeld und meiner Umwelt gegenüber. Ich wage die Behauptung, dass wir in den letzten Jahrzehnten genau so unterwegs waren und z.T. immer noch sind. Jeder vordergründig zwar für SICH SELBST für mehr Erfolg, mehr Macht, mehr Geld, mehr Sicherheit etcpp. Eigenartigerweise stellt sich jedoch beim Erreichen dieses MEHR keine Zufriedenheit ein, sondern noch mehr Leere und Einsamkeit. Weshalb das Ganze dann von vorne los geht.


Lasst uns aussteigen aus diesem Teufelskreis! Lasst uns unsere ureigene Persönlichkeit feiern in der ganzen nicht perfekten Perfektion. Lasst uns gnädig, freundlich und liebevoll sein mit uns selbst, dann ändert sich unsere Energie, unsere Ausstrahlung und damit unser Umfeld – auch das kein Softiblabla, sondern Physik.

Ich wünsche mir, dass wir beginnen uns ab HEUTE in der SELBSTLIEBE zu üben. Unsere Einzigartigkeit wahrzunehmen, inkl. aller Ecken und Kanten – sie machen uns aus! Zu geniessen, dass wir DIE SIND DIE WIR SIND und unsere ureigenen Spuren zu hinterlassen auf unserem ureigenen Weg.


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